Giacomo Casanova: »Ich verbrachte acht Tage in dieser Bibliothek, die ich nur verließ, um zum Essen und zum Schlafen in meinen Gasthof zu gehen. Ich kann diese acht Tage zu den glücklichsten meines Lebens zählen, denn ich war nicht einen Augenblick mit mir selber beschäftigt: ich dachte weder an die Vergangenheit noch an die Zukunft, und mein Geist, der sich vollständig in die Arbeit versenkt hatte, konnte die Gegenwart nicht bemerken.«

– über seinen Aufenthalt in Wolfenbüttel 1764 (Quelle: Projekt Gutenberg)

Tolle Orte für eine Auszeit
Wolfenbüttel
Eine ruhige, süße Fachwerkstadt in Niedersachsen, mit märchenhaften Schauplätzen, viel Natur, literarischer Bekanntheit und Jägermeister.
Kreative Auszeitorte

Waren schon hier:

  • Giacomo Casanova
  • Gottfried Wilhelm Leibniz
  • Gotthold Ephraim Lessing
  • Wilhelm Busch
  • Till Eulenspiegel

Recherche

Wolfenbüttel ist vor allem für Autoren von Romanen mit historischem Hintergrund interessant. Hier gibt es nicht nur eine international bekannte Forschungsstätte, auch die Architektur und Geschichte wird in der beschaulichen Innenstadt gepflegt und lädt zum Nachforschen ein.

Die Herzog August Bibliothek

Wenn selbst der berühmt-berüchtigte Casanova hier zur Ruhe kommt und sich voll und ganz auf die Schriftstellerei konzentrieren kann, dann spricht das wohl für sich. Die wunderschöne Atmosphäre der international bekannten Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel – dessen Bibliothekar einmal Gottfried Wilhelm Leibniz war – lädt heute vor allem zur Recherche von Mittelalter und Früher Neuzeit ein. Wer sich thematisch in dieser Zeit bewegt, hat die perfekte Recherchegelegenheit in Form von historischen Handschriften, Bibeln, Gemälden, Globen, Ausstellungen und vielem mehr.
Hier stehen die Öffnungszeiten der HAB – für die beiden sehr empfehlenswerten musealen Räume, die Bibliotheca Augusta und das Lessing-Haus, muss ein einmaliger Eintritt von 5 € bezahlt werden.

  • Kreativauszeit
    In der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Das Lessinghaus

Ein weiterer bekannter Name, der mit der Herzog August Bibliothek und Wolfenbüttel verbunden ist, lautet Gotthold Ephraim Lessing – genau, der Lessing … der, nach dem (neben Goethe und Schiller) eine der gelben Monopolystraßen benannt ist. Der damals bereits berühmte Dichter der Aufklärung wurde 1770 als Bibliothekar an die herzogliche Bibliothek berufen. Dort beendete er die Arbeit an seinem bürgerlichen Trauerspiel »Emilia Galotti«. Zunächst bewohnte er einige herzoglich eingerichtete Zimmer des gerade leerstehenden Schlosses in Wolfenbüttel, das höchstens zwei Minuten Fußweg entfernt ist. Nach seiner Heirat 1777 und bis zu seinem Tode im Jahr 1781 lebte er in einem Hofbeamtenhaus, noch ein paar Meter näher an der Bibliothek dran, in dem er sein letztes Werk »Nathan der Weise« verfasste. Das kleine barocke Parkschlösschen ist heute bekannt als Lessinghaus und zeigt das Leben und Schaffen Lessings.

Autorenreisen

Museum Schloss Wolfenbüttel

Früher Wasserburg, dann herzogliches Residenzschloss der Welfen, das erste stehende Theater Deutschlands, heute Museum und Bildungsstätte. Das Schloss mit seiner barocken Fachwerkfassade hat eine reiche Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Wer Recherche zum höfischen Leben des frühen 18. Jahrhunderts betreiben will, ist hier richtig. So können zum Beispiel die Prunkgemächer der Welfenfürsten, die barocke Tafelkultur und vieles mehr betrachtet werden.
Einige Aufnahmen für den Film »Der ganz große Traum«, in dem der deutsche Lehrer Konrad Koch (Daniel Brühl) den Fußball nach Deutschland bringt, wurden hier gefilmt. Außerdem können Fans von Wilhelm Busch, der häufig seinen Bruder Gustav in Wolfenbüttel besuchte, am Schlossportal eine handbemalte Bronzeskulptur ihm zu Ehren bewundern.

  • Autorenreise zum Schloss Wolfenbüttel
    Statue vor Schloss Wolfenbüttel

St.-Trinitatis-Kirche

Die Geschichte der St.-Trinitatis-Kirche reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, doch die bedeutende Barockkirche St. Trinitas II, so wie sie heute zu sehen ist, wurde nach einem verheerenden Brand durch einen Blitzeinschlag erst 1719 eingeweiht. Die Kirche ist zu bestimmten Zeiten zur Besichtigung geöffnet und bietet Führungen an.

Schreiben

Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel

Die Bundesakademie ist zum Teil in den Räumen des Schlosses und zum Teil in der Schünemann-Mühle untergebracht – beides nur wenige Meter von der Herzog August Bibliothek entfernt – und bietet unter anderem tolle Workshops für Schriftsteller – einen Blick ins Programm zu werfen lohnt sich. Vielleicht lässt sich die Schreibauszeit ja direkt damit verbinden?

  • Autorenreisen
    Eingang der Schünemann-Mühle

Schauplätze

Durch die Altstadt mit ihren hübschen Gassen und Fachwerkhäusern zu spazieren, ist immer ein Vergnügen. Doch das haben auch andere Städte. Es gibt aber Orte in Wolfenbüttel, die es so nirgends anders gibt und außerdem alle dicht bei einander stehen und somit sehr gut fußläufig erreichbar sind – vielleicht ist eine tolle Kulisse für eine Szene dabei?

Klein Venedig

Romantisch wird es an einem Ort, den Wolfenbüttler Klein Venedig nennen und der von der Herzog August Bibliothek aus in vier Minuten zu erreichen ist. Im 16. Jahrhundert haben holländische Städtebauer ein Grachtensystem in Wolfenbüttel angelegt, dessen Reste heute zum Teil noch erhalten ist. Der mit Fachwerkhäusern gesäumte Abschnitt des Kanals und die mit Blumen und Liebesschlössern geschmückte Brücke sind ein perfekter Schauplatz für klopfende Herzen, gehauchte Liebesschwüre, heiße Küsse … oder etwa eine tragische Herzschmerzszene?

Das Lessingtheater

Im Schloss Wolfenbüttel wurde im 16. Jahrhundert die erste stehende Spielstätte mit festem Ensemble Deutschlands gegründet. Doch als 1903 bei einem verheerenden Theaterbrand in Chicago hunderte Menschen ums Leben kamen, ließ Kaiser Wilhelm II alle deutschen Theater überprüfen und das Wolfenbütteler Schlosstheater wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Theaterbegeisterung der Wolfenbütteler ließ sich allerdings nicht trüben und so wurde 1909 das neu gebaute Lessingtheater eröffnet – und mit einer Aufführung von Lessings »Nathan der Weise« eingeweiht. 2007 musste es erneut wegen verschärften Brandschutzregelungen geschlossen werden, doch seit 2013 geht der Vorhang wieder auf und das Lessingtheater ist so sicher, schön und technisch auf dem neuesten Stand wie nie zu vor.

Das Jägermeister-Werk

Der wolfenbütteler Kräuterlikör Jägermeister ist die weltweit bekannteste deutsche Spirituose, sei es als Shot oder in einer »Jaeger Bomb« (Longdrink aus Jägermeister und Red Bull). Er wurde 1935 auf den deutschen Markt eingeführt und mittlerweile in über 80 Länder exportiert. Mehr über die Geschichte und Herstellung lässt sich bei einer Führung durch das Jägermeister-Werk erfahren, jeden Montag um 10:30 Uhr, in der Jägermeisterstraße. Das ist zu Fuß etwa 20 Minuten vom Lessingtheater entfernt, aber auch mit dem Bus erreichbar. Wer lediglich an Souvenirs interessiert ist, findet in der Innenstadt einen Jägermeister-Fanshop in der Rathauspassage.

Entspannen

Manchmal muss man bei einer Schreibauszeit auch einfach die Seele baumeln lassen, seine Mitmenschen beobachten oder die Natur genießen, um wieder neue Ideen zu schöpfen. Auch dazu bietet Wolfenbüttel viele Gelegenheiten.

Der Strandwolf

Im Sommer bietet die Beach Bar Strandwolf die Gelegenheit, unter Palmen das menschliche Miteinander zu beobachten, während man seine Zehen im warmen Sand verbuddelt … und vielleicht an einem Jägermeister nippt.

Der Till-Eulenspiegel-Radweg

In Wolfenbüttel und dem nördlichen Harzvorland gibt es viele schöne Wander- und Radwege, aber der 61,9 km lange Till-Eulenspiegel-Radweg ist der literarisch interessanteste. Von der Herzog August Bibliothek bis zum Till-Eulenspiegel-Museum in Schöppenstedt erzählen grüne Infotafeln und Denkmäler an Originalschauplätzen von seinem Leben. Elektrofahrräder gibt es u. a. in der Innenstadt bei der Tourist-Information Wolfenbüttel zu leihen. Aber aufgepasst: Der Till-Eulenspiegel-Radweg ist einigermaßen sportlich – etwas Kondition sollte man schon mitbringen und per Rad mindestens 4,5 Stunden für die Strecke nach Schöppenstedt und zurück einplanen. Mehr Infos zur Eulenspiegel-Route gibt es beim Tourismusverband Nördliches Harzvorland.

Wohnen

Das Parkhotel Altes Kaffeehaus

Direkt am Rand der Innenstadt, zwischen einem Park mit See und dem Lessingtheater, liegt das Parkhotel Altes Kaffeehaus. Die Beach Bar Strandwolf ist nur 6 Gehminuten entfernt. Zum Schloss Wolfenbüttel und der Herzog August Bibliothek sind es in die andere Richtung vom Hotel aus etwa 12 Minuten zu Fuß. Damit hat es eine super Lage, ist trotzdem ruhig und auch gut ausgestattet, von hellen Holzmöbeln über moderne Badezimmer bis zu bequemen Matratzen. Sehr zu empfehlen – entweder als Inspiration für eine Kulisse oder zum selbst genießen – ist die historische Weingrotte des Hotels. Das Parkhotel ist behindertengerecht und bietet auch allergikerfreundliche Zimmer und Speisen an. Außerdem ist der Kaffee wirklich gut.

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